Wochenend-Seminar der Studiogruppe Nord-West-Deutschland in Leer,
geleitet von René Mutti


Am 11. und 12. 07. 2015 durften 15 bzw. 13 Teilnehmerinnen der Studiogruppe Nord-West-Deutschland den „frischgebackenen“ Großmeister der Ohara-Schule, Herrn René Mutti, in Leer/Ostfriesland begrüßen. Er hatte den weiten Weg aus der Schweiz nicht gescheut, um uns an beiden Tagen ein wunderbares Seminar zu bieten, bei dem wir, um es gleich vorweg zu sagen, nicht nur harmonisch und erfolgreich zusammen gearbeitet haben, sondern auch eine Menge lernen konnten.
 
   
  
     
Vier Arrangements wurden gestaltet:
              
        
1. Moribana (San-shu-ike)

        
2. Hana kanade
        3. Heika
        
4. Realistische Landschaft (Nahblick).

Nicht nur bei den Demonstrationen, sondern auch bei den Erklärungen und Korrekturen erlebten wir Herrn Mutti als einen echten „Herzblut-Ikebanisten“, sozusagen den „Pestalozzi“ unter den Ikebana-Schaffenden. Zum Demonstrieren wurde jeglicher Schmuck abgelegt, der den Zuschauer ablenken könnte, und immer wieder betonte Herr Mutti, wie wichtig das Auge, die Schere und die Hände für das Arrangieren sind. Für jede Arbeit gab es umfangreiche Erklärungen, die mit Skizzen unterstützt wurden.

Theoretisch und praktisch wurde immer wieder das Grundelement, das Dreieck, in den Arrangements aufgezeigt und selbst „alte Hasen“ konnten von Herrn Mutti Neuerungen erfahren, so z. B. zur Kenzanstellung für das San-shu-ike oder zum Einsatz der Farbe Weiß in diesem Arrangement. 
Sehr überzeugend und anschaulich demonstrierte er uns auch die Stellung des Materials im Hana kanade nur mit Aststücken oder zeigte auf, wie ein Zweig betrachtet werden soll, damit eine geeignete Linie herausgeschnitten und der Charakter herausgearbeitet werden kann. Ruhig und bedächtig, in seinem gemütlich klingenden schweizerischen Tonfall, erlebten wir nicht nur seine Erklärungen, sondern auch seine Korrekturen als bereichernd und als Lernzuwachs. Es war geradezu ein ästhetischer Genuss, Herrn Mutti dabei beobachten zu können, wie er das Zweigmaterial für z. B. die Landschaft bearbeitete und welche Freude er selber am Gestalten hatte. Dabei wirkte er in seiner zurückhaltenden Art so motivierend und gab uns so viel Hilfestellung und Unterstützung, dass alle Teilnehmerinnen mit Freude und Erfolg arbeiten konnten und sogar auch die „gefürchteten“ Befestigungstechniken beim Heika ein „Kinderspiel“ wurden.
Auf viele Details hat Herr Mutti während des Arbeitens verwiesen und uns im wahrsten Sinne des Wortes „die Augen geöffnet“ oder „Verschüttetes“ wieder ins Bewusstsein gerufen.



Im Namen aller Teilnehmerinnen möchte ich an dieser Stelle Herrn Mutti unser herzlichstes Dankeschön aussprechen für sein informatives und bereicherndes Seminar. Wir sind dankbar, dass er den weiten Weg auf sich genommen hat, um uns etwas Schönes zu bieten und würden uns sehr freuen, wenn er seine Zusage, wieder zu kommen, verwirklichen könnte.

Nicht vergessen möchte ich aber auch das Ehepaar Krause. Neben der Organisation und Materialbeschaffung haben sie auch noch die Rolle des Gastgebers übernommen und für unser leibliches Wohl gesorgt. Unsere Freude an diesem schönen Seminar war ihnen Lohn genug, und auch dafür herzlichen Dank.

Text: Hannelore Borchers
Fotos: Karin Kopp