Professor Satoshi Hirota besucht Norddeutschland

Am 01. und 02. Februar 2020 unterrichtete Professor Hirota Satoshi zu unserer großen Freude jeweils zwei Lektionen für die Ohara-Studio-Gruppe in Leer: Narabu-katachi und eine Realistische Land­schaft, Heika und ein Bunjincho-Moribana.

Während beim linear gestalteten Narabu-katachi einerseits Längen und Neigungswinkel in einem ge­wissen Rahmen festgelegt sind, erlaubt die mit dem seit Januar 2020 veränderten Lehrplan eingeführ­te Möglichkeit der räumlichen Verschiebung der Kenzan bzw. der Schalen, in denen sie sich befinden, nun andererseits eine neue interessante Variante.

Eine Besonderheit der Ohara-Schule ist die Gestaltung von Landschafts-Arrangements. Diesmal be­stand die Aufgabe darin, in der Schale eine interpretative Landschaft zu erschaffen, in der nicht die Wirklichkeit im Kleinen nachzubauen, sondern die Atmosphäre der Jahreszeit und der Landschaft aus­zudrücken war. Professor Hirota hatte für sie den poetischen Titel „Frühlingserwachen“ ge­wählt: Kleine gelbe Narzissen spielten die Hauptrolle und dank der sorgfältigen Vorbereitung durch das Ohara-Team um Hannelore Krause und Anke Helm-Brandau konnten nun mit vielen verschiede­nen Pflanzenarten bezaubernde Landschaften in einer Balance zwischen Realität und Imagination entstehen. Die in einigen Landschaften fehlenden Höhenunterschiede kommentierte Professor Hirota mit einem schmunzelnden Hinweis auf die norddeutsche Landschaft.

Wie immer boten schon die Befestigungstechniken für Zweige, Blumen und Blätter einige Herausfor­derungen, doch galt es bei diesem „Free Style Heika“ mit Bänderweide, Calla und Philodendron auch ganz besonders, das Arrangement ausdrucksstark zu gestalten.

Die „Primadonna“, die seltene oder ungewöhnliche Blume im Bunjincho-Moribana, dem von chinesi­schen Literati inspirierten Pflanzen-Arrangement, kann mit einer sich zierenden Schönheit verglichen werden, die erst durch das Zusammenspiel mit den anderen Akteuren ins „rechte Licht“ gerückt wird.

Ihre Schönheit darf nicht ins Auge stechen, der Blick soll durch Linien zu ihr geführt werden. Jeder einzelnen Pflanze wird in dieser Art der Gestaltung eine eigene - menschliche - Charaktereigenschaft zugeschrieben, deren Bedeutung sich wiederum in der Verbindung mit anderen Pflanzen verschieben kann.


Professor Hirotas sorgfältige, strikte und von hilfreichen Erklärungen begleitete Korrekturen waren sehr aufschluss- und lehrreich. Ihm sowie dem gesamten Team um Hannelore Krause und Anke Helm-Brandau gilt unsere Anerkennung für die beeindruckende Durchführung dieses Seminars und ein großes „DANKESCHÖN“!!




Fotos: Annelie Wagner und Karin Kopp

Christine Hamer und Barbara Mohrmann