Seminar mit Annelie Wagner

9./10. Feb. 2013 in Leer


Am 9. und 10. Februar 2013 feierte die Ohara-Studiogruppe-Nordwestdeutschland ihr 5jähriges erfolgreiches Bestehen. Aus diesem Anlaß war Frau Annelie Wagner angereist, um in Vertretung für Frau Lehnert mit uns zu feiern und ein Ikebana-Seminar zu gestalten unter dem Motto:

Von der Geneigten Grundform zum Hanamai und Hana Kanade

Die A-Gruppe begann am Samstag mit der geneigten Grundform in der Vase – eine Form, die die Schönheit von geneigtem Material zur Geltung bringt, unter Berücksichtigung der Jahreszeit, der Farbzusammenstellung, der Schönheit der Formen und Oberflächenstrukturen. Frau Wagner hielt eine kleine Überraschung für uns bereit. Pfauenfedern sollten als Hauptmaterial für shu und als Füller verarbeitet werden. Viele arbeiteten das erste Mal mit den Federn – die Arbeit mit ihnen hatte so seine Tücken. Viel Gefühl verlangte es, die Federn in eine schöne Linie zu biegen. Eine gute Befestigungskonstruktion war gefordert, um den leichten Federn einen festen Halt in der Vase zu geben – außerdem durften sie nicht mit dem Wasser in Berührung kommen. Tulpen als kyaku und Solidago vervollständigten diese Grundform und ließen den Frühling erahnen.

Anschließend berichtete Frau Krause über die 5jährige Ikebana-Aktivität der Ohara-Studiogruppe-Nordwestdeutschland in Leer. Ein besonderer Dank gilt ihr und ihrem Mann für den unermüdlichen Einsatz, durch den wir so viele lehrreiche und eindrucksvolle Seminare erleben durften. Frau Wagner überbrachte Glückwünsche des Frankfurt-am-Main Chapters.

Als zweite Anordnung folgte ein Hanamai – der Blumentanz. Diese Anordnung bringt die Schönheit weniger langstieliger Pflanzen zum Ausdruck. Ohne Hauptlinien, dreidimensional gearbeitet in 1, 2 oder 3 Gefäßen, Spannung in einem Fokuspunkt herausarbeitend und die skulpturale Schönheit dieser Anordnung zur Geltung bringend, ließ mit Anthurien, Schusterpalmblättern und Hartriegel viele spannungsreiche Blumentänze entstehen.

Gestärkt durch ein Mittagessen und eine Kaffeepause wurde am Nachmittag ein Hana-Kanade erarbeitet. Zur Einstimmung hatte Frau Wagner ein kleines Arrangement vorbereitet. Der neue Stil der Ohara-Schule drückt die Schönheit sich kreuzender Linien aus. Ansätze des Moribana, Hanamai und Crossing Lines finden sich in der Anordnung. Viel gab es zu beachten: dreidimensional in der runden Schale zu gestalten, optimale Kreuzungspunkte für die Hauptlinien zu finden, die hier tiefer liegen als beim Hanamai, und gleichzeitig erkennbare rechtwinkelige, ungleichseitige Dreiecke an der Basis und an den Spitzen zu schaffen. Die Materialien dürfen eine zylindrische gedachte Begrenzung des Arrangements nicht überschreiten. Die Basisfarbe Grün ist auch hier wichtig bei der Gestaltung der Füller an der Basis. Zu Beginn dieser Arbeit demonstrierte uns Frau Wagner sehr anschaulich die Entstehung dieser Form über das Moribana kommend. Harmonisch abgestimmte Pflanzenmaterialien – rote Calla, Drachenweide, rote Wachsblume, Calathea, Asparagus meyeri - standen uns zur Verfügung. Durch die gute Einführung hoch motiviert, entstanden mit viel Freude und Begeisterung viele schöne beschwingte Anordnungen.

Frau Wagners ausgezeichnete Seminarvorbereitung, das schöne, von ihr mitgebrachte Blumenmaterial, die ausführliche Arbeitsmappe sowie ihre liebevolle, ruhige und geduldige Art haben dieses Seminar für uns wertvoll gemacht.

Danken möchte ich auch Frau Krause für ihre Arbeit, die wieder viel zum Gelingen dieses Seminars beigetragen hat.

Elisabeth Floercken



Nachtrag zum Seminar am Sonntag:

Der 2. Seminartag für die B-Gruppe stand unter dem gleichen Motto. Jedoch wurde die geneigte Grundform mit Pfauenfedern an diesem Tag nicht in der Vase, sondern auf dem Kenzan in der Schale arrangiert. Für kyaku standen wunderschöne Clematis zur Verfügung.

Gegenüber dem Hanamai der A-Gruppe, wo in 2 oder 3 Gefäßen arrangiert wurde, hieß die Aufgabe an diesem Tag, den Blumentanz mit 2 oder 3 Linien in nur 1 Schale zu gestalten. Neben Anthurien standen auch Calla und Rosen zur Verfügung.


Am Nachmittag galt es, wie am Vortag, sich mit dem neuen Stil der Ohara-Schule, dem Hana-Kanade, zu beschäftigen. Frau Wagner demonstrierte wieder in anschaulicher Weise und ging ausführlich auf alle wichtigen Punkte ein, die beim Arrangieren zu berücksichtigten sind.
Einige Teilnehmer nahmen an beiden Seminartagen teil. Sie konnten somit die Möglichkeit nutzen, diesen neuen Stil zu vertiefen und mit anderen Materialien auszuprobieren, denn für die B-Gruppe hatte Frau Wagner zusätzlich an Materialien Rosen, Weiden mit großen Kätzchen, eine andere Art Asparagus und Begonien mitgebracht. Auch an diesem Seminartag führten ihre ausführlichen Erläuterungen sowie das schöne Material und die Begeisterung der Teilnehmer zu gelungenen Arrangements im neuen Stil der Ohara-Schule.