STUDIOGRUPPE-NORDWESTDEUTSCHLAND der OHARA-IKEBANA-SCHULE 

Ein Rückblick - Marcel Vrignaud in Leer/Nordwest 

Endlich war das ersehnte Wochenende gekommen: Marcel Vrignaud gestaltete mit seiner Frau Suzy ein Wochenende in Leer. Dieses Seminar stellte den Höhepunkt der Ohara-Studiogruppe Nordwestdeutschland dar und bildete gleichzeitig den Jahresabschluss.

26 Teilnehmerinnen aus Bremen, Oldenburg, Ammerland, Leer, Norden, Elmshorn und aus Bad Honnef/Sinzig, sahen erwartungsfroh der Fortbildung entgegen, in der Freie und Abstrakte Heika-Formen erarbeitet werden sollten, sowie ein Skulpturales Ikebana.

Die Tagungsräume waren wie schon in vorausgegangenen Seminaren liebevoll und funktional von Hannelore Krause und Helferinnen vorbereitet worden. Das Material und je eine moderne Heika Keramik für die erste Form erwarteten uns am Platz. Nun konnte es losgehen ….

Marcel Vrignaud demonstrierte und erklärte dabei auf Deutsch (Uns fiel hörbar ein Stein vom Herzen!) die Freie Heika-Form. Mit einer Leichtigkeit gestaltete er das aus Frankreich mitgebrachte Material (bunte Schneeballzweige, riesige Philodendronblätter, Lilien) und wies uns dabei mit großer Professionalität auf die vielfältigen Befestigungsmöglichkeiten hin.

Eifrig machten wir uns ans Werk, wobei sich so manche Keramik als zusätzliche Herausforderung entpuppte.
Die anschließende Korrektur war geprägt von großer Wertschätzung der Teilnehmerinnen und Individualität, in Form von positiver Verstärkung und persönlichen Tipps. Diese Gelassenheit bei der Begutachtung der Arbeiten sollte sich durch das gesamte Seminar ziehen.

Nach einem stärkenden Imbiss stand das Abstrakte Heika auf dem Programm. In der Pause tauschten wir die Keramiken untereinander und neues Material stand bereit.

Mit Neuseeland-Hanf, den meisten von uns unbekannt, kam Freude, Spaß und viel Gelächter ins Spiel. Marcel Vrignaud drehte, bog und knickte diese langen Blätter, begleitet von humorvollen Äußerungen und Gesten. Pfaffenhütchenzweige, Sonnenblumen und trockene Wurzeln ergänzten diese wunderbaren Arrangements, die auch den Teilnehmerinnen viel Freude bereiteten und die guten Ergebnisse konnten sich sehen lassen.

Der Sonntagmorgen begann mit Ikebana - untypischen Geräuschen und Werkzeugen: Hammer, Nägel, Zangen, Draht und Sägen und überall türmten sich Wurzeln, knorrige Äste und trockene Hölzer.

Marcel Vrignaud baute eine große Skulptur auf, ein Gerüst aus verschiedenen Wurzeln, die er mit seiner Frau zusammenstellte.

Die vorausschauende Assistenz seiner Frau zeigte, wie schon am Vortag, ein gut eingespieltes Team.

Der Meister gab Tipps, wie und wo das florale Material anzubringen sei. Dabei lernten wir auf anschauliche Weise „das Massieren“ von langen Anthurienstängeln kennen.

Hoch motiviert machten wir uns ans Werk. Immer höher wuchsen die Skulpturen, so dass manche Teilnehmerin hinter ihrem Arrangement nicht mehr zu sehen war!


Sehr vielfältige und unterschiedliche Ergebnisse konnten sich sehen lassen und der Meister war zufrieden. Vorsichtig und mit großer Geduld wurden die Kunstwerke mit vorbereiteten Leinwänden und Lampen fotografiert.


Nachmittags wurden alle gestalteten Arrangements der Öffentlichkeit präsentiert und Marcel Vrignaud demonstrierte mit elf verschiedenen Arrangements einen Querschnitt durch das Ohara-Programm. Zahlreiche Zuschauer, darunter auch Gäste aus Köln und Leverkusen, fanden sich ein, fachsimpelten mit den „Künstlerinnen“ und genossen die kurzweilige, hoch-professionelle Ikebana-Demonstration.

Marcel Vrignaud zeigte teilweise sehr ungewöhnliche Materialzusammenstellungen, er sprach dabei „vom globalen Ikebana“ (Forsythien aus Frankreich, Anthurien aus Holland, Blätter aus den Tropen und Landschaftsmaterial aus Ostfriesland).


Langsam neigte sich das Ikebana-Ereignis dem Ende zu: Geschenke wurden überreicht, ein Gruppenfoto entstand und die so sorgfältig entstandenen Arrangements mussten aufgelöst werden.

 

Dieser Rückblick endet nicht ohne Danksagungen:


Danke an Marcel Vrignaud und seiner Partnerin für die lehrreichen, wundervollen Ikebana-Eindrücke.

Danke an Hannelore Krause und Ehemann für die Organisation dieses ungewöhnlichen Seminars.

Danke an alle Teilnehmerinnen, die mit ihrer Kreativität zum Gelingen dieses Wochenendes beigetragen haben und teilweise immer noch „auf Wolke 7“ schweben.

Anke Helm-Brandau