STUDIOGRUPPE-NORDWESTDEUTSCHLAND der OHARA-IKEBANA-SCHULE 


Gründung der Ohara-Studiogruppe-Nordwestdeutschland

Eigenständige Studiogruppe des Frankfurt-am-Main Chapters e.V.

der Ohara-Ikebana-Schule

Im Nordwesten, im flachen Land zwischen Bremen und Holland, wurde eine eigenständige Studiogruppe des Frankfurt-am-Main Chapters der Ohara-Schule gegründet. Sie soll eine Anlaufstelle für die vielen Ikebana-Interessierten sein, die sich bisher in kleineren und größeren Gruppen zusammengefunden haben. Dadurch können neue Ideen und Anregungen gegeben werden, etwa durch zwei oder drei große Seminare im Jahr. Auch sollen weitere Fortbildungen mehrmals im Jahr unter fachkundiger Leitung angeboten werden. Zudem gibt es Hilfen, neue Materialien zu entdecken und diese günstig zu erwerben.

Der Grundgedanke wurde von Hannelore Krause und Inge Lehnert erörtert und umgesetzt. Mit Schreiben vom 11.09.2007 hat Wakako Ohara, Headmistress der Ohara-Schule, Aufbau und Leitung der Ohara-Studiogruppe an Hannelore Krause übertragen. Wakako Ohara drückte in ihrem Schreiben aus, dass nicht nur Ikebana-Techniken studiert werden sollen, sondern dass durch Ikebana tiefe und feste Freundschaften entstehen und gepflegt werden und dies dazu beitrage, Verständnis und Verständigung zwischen den Ländern Japan und Deutschland zu fördern.

Am 16.02.2008 wurde im Gebäude der Haneburg in Leer die Ohara-Studiogruppe-Nordwestdeutschland der Öffentlichkeit vorgestellt. Diese Räumlichkeiten lieferten einen festlichen Rahmen für die offizielle Gründungsveranstaltung. In Anwesenheit von Inge Lehnert als Präsidentin des Frankfurt-am-Main Chapters e.V. der Ohara-Ikebana-Schule; Els Schnabel als Vertreterin des Ikebana-Bundesverbandes (IBV), Frankfurt; sowie dem Ehrenbürgermeister der Stadt Leer und vielen anderen Gästen eröffnete Hannelore Krause die Feierstunde.

Frau Lehnert verwies in ihrer Ansprache darauf, dass durch die Gründung der Ohara-Studiogruppe-Nordwestdeutschland ein Forum für das Ohara-Ikebana in dieser Region geschaffen wurde.

Viele Grußbotschaften und Wünsche für eine gute Etablierung der Studiogruppe kamen vom Niedersächsischen Kultusminister Bernd Busemann, dem Landrat Bernhard Bramlage, der Leiterin der Volkshochschule Leer Heike Pilk, der Präsidentin des Ikebana-Bundesverbandes e.V. Gaby Zöllner-Glutsch, der Geschäftsführerin des Ikebana-Bundesverbandes e.V. Hildegard Preisendörfer, vom Präsidenten des Französischen Ohara-Chapters Marcel Vrignaud, dem Präsidenten der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Nordwest zu Oldenburg, Kurt Teller, und weiteren Ikebana-Freunden aus dem In- und Ausland.

Seit längerer Zeit hat sich immer deutlicher der Bedarf nach Informationen aus der Ohara-Schule abgezeichnet. Im nordwestdeutschen Raum haben viele Leute das Ikebana der Ohara-Schule erlernt. Da eine Beschäftigung mit Ikebana prinzipiell ein lebenslanges Lernen und Schaffen ist, fehlte vielen ein angemessener Rahmen, die neueren Entwicklungen aus der Ohara-Schule zu erfahren. Manchen war es auch wichtig, mit verschiedenen Materialien zu experimentieren, um die Wirkung ungewöhnlicher Materialien in Landschaften, im Hana-isho, Moribana, Heika, Bunjin, Rimpa sowie in Freien Formen auszuprobieren.

Wer kennt das nicht: Um einen Platz in der Wohnung mit einem Ikebana zu versehen, wird häufig gewohntes Material in gewohnter Weise arrangiert. Aber manchmal möchte man ausgetretene Pfade verlassen. So kann z.B. die Wirkung von Zweigen oder Blumen durch außergewöhnliche Kombination miteinander oder durch Drehen, Biegen, Kürzen usw. völlig verändert werden. Durch solche Experimente schärft sich der Ikebana-Blick. Zudem führt es sicherlich zu einer Bereicherung, wenn man mit einem anderen Ikebana-Kenner über das Werk nachsinnen kann. Ein besonderer Glanzpunkt ist dann auch, wenn solch eine Arbeit unter der Anleitung erfahrener Meister gestaltet werden kann.

Überdies lernt man beim Arbeiten in Gruppen oder bei der Teilnahme an Workshops andere Sichtweisen über das Arrangement kennen, die mit dem gleichen Material nach gleichen Vorgaben gearbeitet worden sind. So wird die eigene Phantasie für spätere Arbeiten beflügelt und ein Fundament für eigene neue Ideen geschaffen, ohne die Arbeiten zu kopieren. 

Diese Erfahrungen konnten alle Teilnehmerinnen an den beiden Workshops zur Gründungsveranstaltung machen.

So wurde am 16.02.2008 unter der Leitung von Frau Lehnert ein Narabu gestaltet. Es handelt sich dabei um eine Einreihenform, die von der Ohara-Schule geschaffen wurde, um auch in kleinen Wohnungen ohne Tokonoma ein Ikebana stellen zu können. Zudem wird Blumenmaterial, meist westlicher Art, verwendet, um durch Farbeffekte den Betrachter anzusprechen.

Besondere Freude machte es, eine Realistische Landschaft mit Bänderweide, Pittosporum (Pechsame), Sporenträger des Straußenfarns, Bergenienblättern und Narzissen zu gestalten.

Auch für die Teilnehmerinnen am 17.02.2008 war die Ikebana-Gestaltung ein besonderes Erlebnis. Hier wurde die Aufrechte Form gearbeitet, die zu den Grundformen des Ohara-Ikebanas zählt.

Mit Bänderweide, Buchsbaum und Lilien wurde anschließend ein Moribana im Geneigten Stil gestaltet.

Beide Seminartage boten den Teilnehmern unvergleichliche Erfahrungen. Frau Lehnert mit ihrer unendlichen Geduld und liebevollen Korrektur hat damit einmal mehr die Schönheit von Ikebana betont und das Wesen des Ikebanas spürbar werden lassen.

 Das Seminar war ein wundervoller Anfang für die Ohara-Studiogruppe-Nordwestdeutschland. "Das Pflänzchen ist gesetzt, jetzt muss es wachsen", war das Fazit von Frau Lehnert. "Eine offene und fruchtbare Zusammenarbeit aller", ist der Wunsch von Hannelore Krause für die Zukunft der Studiogruppe.

Dr. Bärbel Hollmann